RTK vs. PPK: Welches Verfahren wann?
RTK und PPK sind die zwei Wege zur zentimetergenauen Georeferenzierung einer Drohnenbefliegung. Sie führen zum gleichen Ziel, gehen aber unterschiedliche Wege dorthin. Welcher der richtige ist, hängt vom Einsatzort ab.
Inhalt
Warum überhaupt Korrektur?
Ein normales GPS-Signal ist auf wenige Meter genau, viel zu ungenau für die Vermessung. Um auf Zentimeter zu kommen, braucht es eine Korrektur. Dabei vergleicht man die Position der Drohne mit der einer ortsfesten Referenzstation, deren Koordinaten exakt bekannt sind. Aus der Differenz lässt sich der Fehler herausrechnen. Genau das leisten RTK und PPK, nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
RTK: Korrektur in Echtzeit
RTK steht für Real Time Kinematic. Hier empfängt die Drohne die Korrekturdaten der Referenzstation per Funk oder Mobilfunk während des Flugs. Jede Aufnahme wird sofort mit einer zentimetergenauen Position versehen. Der Vorteil: Die Daten sind direkt nach dem Flug fertig georeferenziert. Der Nachteil: Es braucht eine stabile Verbindung zur Korrekturquelle. Reißt sie ab, fehlt die Korrektur für diesen Moment.
PPK: Korrektur danach
PPK steht für Post Processing Kinematic. Hier zeichnen Drohne und Referenzstation ihre Rohdaten unabhängig auf. Die Korrektur erfolgt erst nach dem Flug am Rechner, indem beide Aufzeichnungen zusammengeführt werden. Der Vorteil: Das Verfahren ist robuster, weil es keine durchgehende Echtzeitverbindung braucht. Schwankungen im Funk spielen keine Rolle. Der Nachteil: Ein zusätzlicher Verarbeitungsschritt nach dem Flug.
Direkter Vergleich
| Kriterium | RTK | PPK |
|---|---|---|
| Zeitpunkt der Korrektur | während des Flugs | nach dem Flug |
| Erreichbare Genauigkeit | 1–3 cm | 1–3 cm |
| Verbindung nötig | ja, durchgehend | nein |
| Robustheit bei Funkstörung | geringer | höher |
| Daten sofort fertig | ja | nach Verarbeitung |
Welches Verfahren wann?
In der Praxis ist die Wahl weniger ein Entweder-oder als eine Frage der Bedingungen vor Ort. RTK ist ideal, wenn eine stabile Verbindung gegeben ist und Ergebnisse schnell gebraucht werden. PPK spielt seine Stärke dort aus, wo der Funk unzuverlässig ist, etwa in abgelegenem Gelände, in Tälern oder bei großer Entfernung zur Referenzstation.
Viele professionelle Systeme zeichnen ohnehin die Rohdaten mit auf, sodass sich RTK bei Bedarf durch eine PPK-Auswertung absichern lässt. So bekommen Sie das Beste aus beiden Welten: schnelle Ergebnisse und einen robusten Rückfallweg.
Für Sie als Auftraggeber heißt das: Sie müssen sich nicht festlegen. Wir wählen je nach Projekt und Bedingungen das passende Verfahren oder kombinieren beide, damit die geforderte Genauigkeit sicher erreicht wird.
Mehr zur zentimetergenauen Georeferenzierung finden Sie auf der Seite RTK-Vermessung.
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